Am letzten Samstag im April verabredeten sich einige aus unserer Gruppe um erneut den von Bärbel und Olaf vorgeschlagenen „mystischen“ Ort in der Rostocker Heide aufzusuchen. Diesen Ort wählten
wir um unserer verstorbenen Gruppenmitglieder zu gedenken.
Anlass für diese Wanderung war das Ableben unseres Gruppenmitglieds Volker.
In unsere Gedanken schlossen wir auch Axel und Petra mit ein.
Als Symbol dieses traurigen Anlasses schufen wir ein Mandala mit den von der Natur angebotenen Materialien.
Berührend waren die Worte von Bärbel und jeder konnte für sich den tieferen Sinn dieses Gedenkens wirken lassen.
Der stramme Wind sorgte für eine dramatisch akustische Untermalung.
Die Wanderung selbst zeigte uns an Hand der Natur das Werden und Vergehen in unserer Welt, die ersten blühenden Pflanzen und austreibende Knospen an den Bäumen aber auch das absterbende Leben im
naturbelassenen Wald.
Auch diese Wanderung zeigte einmal mehr, dass wir uns nicht nur zur Tinnitus Bewältigung zusammengefunden haben. Es ist viel mehr entstanden!
15 Jahre Tinnitus Selbsthilfegruppe „Ohrwurm“
Was für eine Erfolgsgeschichte, konstatierte Sabine Schröder unsere Gruppensprecherin.
Nehmen - Geben,
Loslassen - Festhalten
Türen schließen - Türen öffnen!
Auch künftig sind wir gern Stütze, Ratgeber, Tröster, Begleiter…
Mit diesen Worten eröffnete Sabine unsere kleine Festveranstaltung zu der fast alle unserer Gruppenmitglieder erschienen waren.
Gerhard Schmager ließ noch einmal die Zeit der Gründung unserer Gruppe Revue passieren. Aus drei Gründungsmitgliedern konnte sich eine Selbsthilfegruppe von über 30 Mitgliedern entwickeln.
Aus einem umfangreichen Fundus unserer digitalen Fotosammlung stellte Gerd Slama einen kleinen Film über die gesamte Zeitspanne zusammen.
Die Lacher hatte Katrin Bartel Schulz auf ihrer Seite mit ihrem lustigen in Worten gehaltenen Abriss unserer Geschichte (siehe unter Lustiges).
15 Jahre, eine nicht unerhebliche Zeitspanne war geprägt von Höhen und Tiefen, von lustigen Gegebenheiten aber auch von Tränen und Trauer. Dies haben wir gemeinsam durchgestanden und es hat uns dichter zusammenrücken lassen und uns Kraft und Halt gegeben.
Kann es ein besseres Feedback geben, als das was unsere Gruppe ausstrahlt.
In unserer gemeinsamen Selbsthilfearbeit haben wir erfahren, dass es, auch wenn es mitunter noch so tragische Augenblicke gibt, Freude und Erfüllung ist, sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung
zu gewähren. Das macht Selbsthilfe aus und erfüllt uns auch mit Stolz.
Selbsthilfearbeit zu leisten wäre natürlich nur schwer möglich ohne die Unterstützung zahlreicher Einrichtungen wie der Krankenkassen AOK Nord und Meine Krankenkasse, der Rostocker Selbsthilfekontaktstelle aber auch den Hilfsorganisationen wie z. B. der AWO, deren Räumlichkeiten wir mieten dürfen.
Mit dem Blick auf das laufende Jahr standen und stehen auch wieder viele Aktivitäten zu Buche. Ein Vortrag von Fr. Dr. Großmann von der HNO Klinik der Uni Rostock noch im April, Wanderungen, ein Aktivwochenende in Sassen und vieles mehr sollen dazu beitragen, dass unsere Gruppenmitglieder von ihren quälenden Ohrgeräuschen abgelenkt werden aber auch lernen, sich mit eigenem Antrieb durch vielfältigste Aktivitäten aus dem Teufelskreis zu bewegen.
Kulinarisch abgerundet wurde unsere kleine Feier mit einem Speisen Büfett der Kantine aus dem Fischereihafen. Es mundete allen und der Preis war unschlagbar!
Mit unserem Sommerfest am 29. Juni war nicht nur der Sommeranfang am Vortag, sondern auch unsere Sommerpause für die kommenden zwei Monate eingeleitet.
Damit sind natürlich unsere spontanen Aktionen, die auch kurzfristig angesetzt werden können, keinesfalls unterbunden.
Auch die Erreichbarkeit über unser „Diensthandy“ sowie unserer Website ist jederzeit gegeben.
Damit ist aber auch schon für dieses Jahr die erste Hälfte geschafft und das Fazit unserer Arbeit kann sich sehen lassen.
Unsere letzten zwei Aktionen, ein Workshop über Entspannungstechniken im Schullandheim Sassen sowie der Zeesboottörn vor Wustrow standen ganz im Zeichen aktiver Entspannung als ein wesentliches
Kriterium bei der Tinnitus Bewältigung.
Ein gutes Klima in unserer Selbsthilfegruppe, die positive Einstellung eines jeden Einzelnen, Ehrlichkeit und Offenheit sind Garant zur Erreichung unserer Ziele.
Einige Anmerkungen zum Workshop:
Mit der inhaltlichen Neufassung der Tinnitustherapie orientieren sich die Inhalte in der Therapieplanung u. a. an therapiebegleitende Maßnahmen wie Entspannungstechniken, Musiktherapie u.
a.
Die Ablenkung von den Tinnitusgeräuschen ist grundsätzliches Ziel aller Bestrebungen. Die negativen Gefühle und Gedanken sollen somit umgelenkt werden in positive bzw. neutrale Einstellungen
gegenüber den Ohrgeräuschen.
Die Inhalte des Workshops haben wir darauf ausgerichtet, was unsere beiden Übungsleiterinnen mit viel Enthusiasmus und Einfühlungsvermögen in ihre Übungen einfließen ließen.
Wir hoffen, dass wir mit Unterstützung der Krankenkassen diese wesentlichen Therapieansätze ausbauen können. Kein Gruppentreffen und kein individuelles Training können ein solch intensives
Wochenende ersetzen.
Mit der Abrechnung des Workshops gegenüber der AOK Nord Ost als fördernde Krankenkasse, wurde festgestellt, dass mit den angebotenen Inhalten und der umfänglichen Umsetzung das Ziel des Workshops erreicht werden konnte.
Ganz im Zeichen der Ziele der erwähnten therapiebegleitenden Maßnahmen wollen wir auch im nächsten Jahr einen diesbezüglichen Workshop anbieten.
Auch an dieser Stelle möchten wir uns bei der AOK Nord Ost für die finanzielle Zuwendung aber auch bei den Mitarbeiterinnen des Schullandheims in Sassen für die großartige Fürsorge ganz herzlich bedanken!
Es ist Samstag der 26. April.
Die Sonne ist unserer Unternehmung hold und wir treffen uns Punkt 10 Uhr am Wanderparkplatz an der L22 in der Rostocker Heide.
Es sollte keine gewöhnliche Wanderung werden. Vielmehr hatten wir uns vorgenommen an einem geeigneten Ort in Ruhe und im Einklang mit der Natur unserer verstorbenen Gruppenmitglieder zu gedenken.
Bärbel und Olaf, unsere Tourplaner, haben unser Vorhaben auf moderate 8 km zugeschnitten.
In andächtiger Stimmung genossen wir die Wanderung entlang der Scheiden-Schneise in der Rostocker Heide. Viele fantasievolle Ansichten bot uns der Wald und ehrwürdige Bäume säumten unseren Weg. Olaf wusste uns viel über den Wald und dessen Geschichte zu berichten und wies uns ebenfalls darauf hin, wie mit der Bewirtschaftung dessen auch gleichzeitig eine augenscheinliche Zerstörung einhergeht.
Angekommen am Ort unseres Gedenkens bot sich ein weiter Blick über eine Wiese mitten im Wald. Fast wie eine Insel gestaltete sich der mystische und geheimnisvolle Ort, umgeben von einem Graben und einem Bach standen dort sehr alte Bäume, teils schon im Verfall begriffen. Ein idealer Platz um sich seinen Gedanken und Empfindungen hinzugeben.
Diese besondere Stimmung veranlasste uns dann auch inne zu halten und uns den Sinn unserer Unternehmung zu vergegenwärtigen.
Einfühlsam konnte uns Bärbel die mentale Beziehung zu den lieben Menschen herstellen, deren Ableben für jeden von uns ein besonderer Einschnitt im Leben war. Sie begleitete uns beim
Abschiednehmen, ohne Schwermut, eine ganz andere Wahrnehmung als es auf den jeweiligen Friedhöfen der Fall war.
Einen installierten Traumfänger ausgestattet mit Symbolen, in denen jeder seine eigenen Gedanken einschloss, ließen wir zurück…
Ein Drittel unserer Gruppenmitglieder trafen sich am 19. März in der Bowling Arena des HCC um einen angenehmen, sportlichen Nachmittag zu verbringen.
Zunächst mussten wir uns auf die hörtechnische Herausforderung der auf 16 Bahnen rumpelnden Pins (das sind die Dinger die umfallen sollen), der sich lauthals freuenden Gäste und der aus den
Lautsprechern tönenden Musik einstellen, das war Hörstress pur!
Nach einer netten Bitte gegenüber dem Personal erlosch die Musik und wir konnten uns der sportlichen Herausforderung hingeben.
Der Spaß kam dabei nicht zu kurz und ein bisschen Ehrgeiz war bei den Akteuren zu erkennen. Nach zwei Stunden intensiven Bowlen und den ersten Ermüdungserscheinungen, konnten wir die gute Küche
des Hauses kennenlernen.
Die anschließende Auswertung zeigte dann doch deutliche Unterschiede. Allerdings muss man einschränkend feststellen, dass in unterschiedlichen Ligen gespielt wurde, so erreichte Gerhard in der
Profi Liga ein beachtliches Ergebnis von 266 Punkten, die Amateure teilten sich in die Damenliga, in welcher Sabine mit 188 Punkten, und in die Männerliga in welcher Helmut mit 240 Punkten
glänzten.
Fazit: Ein gelungener Nachmittag mit Suchtpotential!