Offener Brief von Gerd Slama

Liebe Mitglieder der Deutschen Tinnitus-Liga,

 

die vom 03. bis 05. Juni in Königswinter stattgefundene Veranstaltung zur Weiterbildung der Gruppensprecher ist mir Anlass, euch auch über den von der Geschäftsführung veröffentlichten Beitrag hinausgehenden Inhalt zu informieren.

 

Unbestritten waren die vorbereitende Arbeit des Vorstandes, die logistischen Leistungen der Mitarbeiter der Geschäftsführung, die Fachbeiträge sowie die Unterbringung und Verpflegung sehr gute Bedingungen für ein optimales Gelingen der Veranstaltung.

 

Es gab aber auch Diskussionen und Befindlichkeiten, auf die ich in diesem Brief eingehen und zur Diskussion stellen möchte.

 

Seit einiger Zeit setzt sich unsere Rostocker Selbsthilfegruppe mit dem Inhalt der Satzung der Deutschen Tinnitus-Liga.
Anlass dazu war die bevorstehende Wahlversammlung im September diesen Jahres sowie der vor zwei Jahren abgelehnte Antrag von Tamara Ötting aus Berlin, in dem sie eine Änderung der in der Satzung vorgegebenen Wahlmodalitäten hinsichtlich einer möglichen Briefwahl vorschlug.
Anlass war aber auch die Sorge über das Wohl und Werden unseres Vereins.

 

Neben inhaltlichen Vorschlägen formulierten wir in unserem Papier auch einige Passagen neu,  korrigierten grammatikalische Fehler, gaben Hinweise zur Interpunktion u. a.

 

Entsprechend unserer Satzung reichten wir die Änderungs- Ergänzungsvorschläge beim Vorstand fristgemäß ein.

 

Wir, drei Gruppenaktive aus der Rostocker SHG, reisten zu der eingangs genannten Veranstaltung mit dem PKW an und schafften es bedingt durch mehrere Staus und Unwetter nicht zu Beginn anwesend zu sein.

 

Als wir verspätet in Königswinter ankamen, wurden wir schon mit der Bemerkung begrüßt, dass über die Rostocker Gruppe geredet wird.
Nachdem wir uns im Veranstaltungsraum  einfanden,  bekamen wir durch einen Beitrag eines Teilnehmers, der eine Weiterführung der Diskussion unter Teilnahme der nun anwesenden Rostocker Aktiven forderte, mit, dass es um unseren Antrag ging.

 

Natürlich erfuhren wir im Rahmen des weiteren Verlaufes der Veranstaltung, worum es in dem Beitrag unseres Präsidenten ging.
Wir erfuhren auch, dass das Anschreiben welches unser Gruppensprecher zu den von uns eingereichten Änderungsvorschlägen mit versandte, von der Geschäftsführung vervielfacht und allen Teilnehmern ausgehändigt wurde.
Der gesamte Umfang der Änderungsvorschläge lag den Teilnehmern jedoch nicht vor.

 

Am zweiten Tag der Veranstaltung ging Volker Albert nochmals, aber dann in unserem Beisein, auf unser Ansinnen ein und warf uns einen nicht vertrauenswürdigen Umgang mit dem Vorstand, insbesondere im Zusammenhang mit der Art der Einreichung unserer Vorschläge, vor.

 

Wir hätten die Vorschläge doch vertrauensvoll mit dem Vorstand diskutieren sollen.

 

Ja, vielleicht hätten wir diesen Weg gehen können.
War aber der von uns gewählte Weg falsch?

 

Eindeutig nein, ausdrücklich sieht die Satzung keine andere Verfahrensweise vor.
Auch möchte ich hierzu anfügen, dass wir dann den satzungsgemäß vorgegebenen Termin nicht hätten einhalten können.

 

Den Vorwurf des Vertrauensbruchs können wir nicht nachvollziehen.
Wir stellen uns die Frage, ob nicht auch der Vorstand uns im Vorab der Veranstaltung hätte einbeziehen können.  
Hier hätten Vorurteile und Missverständnisse ausgeräumt werden können.

 

Wo ist hier das Vertrauen und die Bereitschaft Missverständnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen?

 

Warum haben die Anwesenden nicht den vollen Umfang unseres Schreibens ausgehändigt bekommen? 

 

Im Zuge der abendlichen Gespräche zeigte sich aber auch, wie emotionsgeladen (von einigen Teilnehmern auch als aggressiv seitens des Präsidenten) unser Ansinnen bewertet wurde.

 

Eine Stellungnahme konnte der Unterzeichner abgeben, jedoch eine Diskussion zu welcher wir die einzelnen Vorschläge hätten erläutern können, gab es nicht bzw. nur in den abendlichen Gesprächsrunden.

 

Volker Albert regte dann an, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich mit               Vorschlägen zur weiteren Ausgestaltung der Satzung beschäftigen soll, was als konstruktiv bewertet wurde.

 

In der der Veranstaltung abschließenden Blitzlichtrunde kochten dann noch einmal die Emotionen hoch, als es darum ging, wie wir in unserer Liga miteinander umgehen.

 

Nachdem Volker auf sein aggressives Auftreten am ersten Abend angesprochen, wurde er auch gefragt, wie er zu der vor zwei Jahren formulierten Erklärung steht, bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten zu wollen.
Die Antwort darauf, dass ein neuer Vorsitzender erst zwei Jahre eingearbeitet werden muss, ist uns nicht verständlich, da er ja erst gewählt werden muss, um als neuer Vorsitzender agieren zu können.
Eine Einarbeitung kann funktionsbegleitend als berufenes oder Ehrenmitglied (durch den ehemaligen Vorsitzenden) erfolgen.

 

Liebe Mitglieder, warum schreibe ich diesen Brief?

 

Einerseits möchte ich mit diesen Zeilen darüber berichten, dass es zu dieser Veranstaltung auch andere Inhalte gab, als es in der Pressemitteilung der Geschäftsführung zu lesen war und zum Anderen, alle Mitglieder aufrufen sich mehr Gedanken um unseren Verein zu machen, insbesondere über die gesunkene Mitgliederzahl, den Grundlagen des Vereins und seiner künftigen Aufstellung und auch vom Vorstand und der Geschäftsführung mehr Arrangement in Hinsicht auf die Zukunft und den Erhalt unseres Vereins einzufordern.

 

Ich möchte mit diesen Zeilen dem Vorstand ans Herz legen, die Diskussionen anlässlich unseres Treffens auszuwerten und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

 

Überdenkt bitte die Altersstruktur des Vorstandes und die Prozedere sich selbst für die Arbeit im Vorstand vorzuschlagen.
Die Vorschläge müssten aus den Reihen der Mitglieder/Selbsthilfegruppen kommen.

 

Doch möchte ich nicht der von Volker avisierten Arbeitsgruppe hinsichtlich der Überarbeitung unserer Satzung vorgreifen.
 
Da ich mich auch beworben habe, in dieser Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, sehe ich einer interessanten und fruchtbringenden Arbeit mit Freude entgegen.

 

 

 

Gerd Slama
Selbsthilfegruppe „Ohrwurm“ Rostock

 

Beiträge und Veröffentlichungen

Offener Brief von Gerd Slama an die Mitglieder der DTL in Auswertung der Wahlversammlung 2018

Liebe Mitglieder der Deutschen Tinnitus Liga,

 

auch wenn jetzt einige Mitglieder denken, nicht schon wieder, so wende ich mich heute erneut an euch um meine Meinung in Auswertung der Wahlversammlung kundzutun.

 

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei den Mitstreitern zu bedanken, die sich konstruktiv und positiv zu meinen offenen Brief geäußert  haben.

 

Eigentlich wollte ich allen, die mir geschrieben haben, antworten, doch habe ich mich darauf besonnen noch einmal diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu nutzen.

 

Gut gelaunt und voller positiver Energie traten wir den langen Weg nach Wuppertal an, um mit neun Gruppemitgliedern an der Wahlversammlung unserer Liga teilzunehmen.

 

Doch schon die kurze Eröffnungsansprache unseres Vorsitzenden machte uns betroffen und erfüllte uns mit Unverständnis.
Der Inhalt der Ausführungen findet sich leider nicht im mittlerweile vorliegenden Protokoll wieder.
Dazu folgender Protokolleintrag: „ Der Vorsitzende, Herr Volker Albert, eröffnete um 14:00 Uhr die Mitgliederversammlung. Er begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich für ihr Kommen“.

 

Volker Albert bezog sich in seinen einführenden Worten auf Gerüchte die auch weiterhin einen nicht vertrauensvollen Umgang zwischen dem Vorstand und einzelnen Mitgliedern suggerieren.
Er führte unter anderem auch aus, dass hinter dem Rücken des Vorstandes Gegenkandidaten für die Vorstandswahl aufgestellt wurden. Dazu stellte er zwar keine namentlichen Bezüge her, doch konnten alle Anwesenden davon ausgehen, wer dahinter steckt.

 

Der Ablauf der Veranstaltung ließ es zu, dass ich erst nach dem Rechenschaftsbericht (der in meinen Augen/Ohren keiner war, dazu jedoch später noch etwas) dazu Stellung nehmen konnte.
War das Taktik?

 

Nach meinem offenen Brief vom Juli dieses Jahres hatten wir mit Volker Albert und Gerhard Göbel ein vertrauensbildendes Gespräch. Vier von unserer Gruppe waren nach Potsdam zu diesem Treffen gereist.

 

Positiv für alle war der offene Austausch der Befindlichkeiten, alle konnten ihre Meinungen offen vertreten und nach unserem Dafürhalten konnte auch herausgearbeitet werden, dass es keine Abstriche beim gegenseitigen Vertrauen mehr gab.

 

Klar und unter Würdigung des bisher Geleisteten brachten wir aber auch zum Ausdruck, dass wir es in Anbetracht des Alters und den unserer Meinung nach ins Stocken geratenen zukunftsweisenden Aktivitäten des  Vorstandes gern sehen würden, wenn jüngere sich für die Ämter zur Verfügung stellen würden.

 

Nach diesem Gespräch trennten wir uns in der Gewissheit, alle Missverständnisse ausgeräumt zu haben und eine gesunde Basis für eine weitere fruchtbringende Zusammenarbeit gefunden zu haben.

 

Ihr könnt euch vorstellen, wie uns nach Volkers Eröffnungsansprache zu Mute war.

Wie nun die Wahlversammlung gelaufen ist und wie das Abstimmungsverhalten zu unseren Vorschlägen war, ja, das ist nun mal die Demokratie, wie sie bisher in der Liga praktiziert wurde. Aber damit hab ich kein Problem, zumal wir ja angetreten sind, diese zu ändern.

 

Was zu unserem Unverständnis zusätzlich beitrug, waren einige Passagen der Versammlung, die nicht im Einklang mit der Satzung stehen. So z. B. wurde zu den Wahlgängen einzelner Vorstandsmitglieder gefragt, ob es Gegenkandidaten gibt und der Antrag von Michael Bergmann auf Erhöhung der Entschädigungspauschale wurde nicht in der Form eingereicht wie es die Satzung fordert, Gegenüberstellung alter Text/neuer Text.

 

Liebe Mitstreiter, warum dieses Aufbegehren?
Vehement versucht der Vorstand Anträge was das Wahlverhalten betrifft zu blockieren.
Die Darlegung der Argumente ist ähnlich wie vor zwei Jahren in Bad Arolsen, es werden nur die negativen Seiten hervorgehoben. Eine Gegenüberstellung mit den positiven Aspekten erfolgte nicht.
Zum wiederholten Male wird uns bzw. anonymen Mitgliedern unterstellt, dass wir nicht vertrauensvoll miteinander umgehen.

 

So kann es nicht weitergehen, und die Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Satzung schafft diese Querelen auch nicht aus der Welt.

 

Wir, die Gruppenaktiven unserer Gruppe beschäftigen uns intensiv mit dem Geschehen und haben zunächst beschlossen die Aktivitäten gegenüber der Liga zu minimieren und uns auf unser Gruppenleben zu konzentrieren. Wir werden das Geschehen in der Liga intensiv beobachten und zu gegebener Zeit entsprechende Schlussfolgerungen ziehen.

Unser demokratisches und soziales Empfinden sagt uns, dass es so nicht weitergehen kann und wir rufen an dieser Stelle alle Mitglieder auf, sich noch offensiver und unter Einbeziehung aller Mitglieder für eine solide Zukunft unseres Vereins einzusetzen.

 

 

 

Mit ohrensausenden Grüßen

Gerd Slama